Ursachen des Schnarchens – unterschiedliche Formen
Die Schlafmedizin unterscheidet drei grundlegende Arten schlafbezogener Atmungsstörungen:
1.
das primäre Schnarchen
2.
die obstruktiv bedingte Schlafapnoe
3.
die zentrale Schlafapnoe
Es gibt aber auch Mischformen von obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.
1. Obstruktive Schlafapnoe
Die obstruktive (Verengung) Schlafapnoe stellt die schwerwiegendste und am häufigsten verbreitete Form schlafbezogener Atmungsstörungen dar.
Im Schlaf kommt es bei jedem Menschen zu einer Erschlaffung der Muskulatur des Rachenraumes. Durch eine zusätzliche anatomische Enge (Obstruktion) in den oberen Luftwegen – zum Beispiel aufgrund einer verkrümmten Nasenscheidewand, vergrößerter Rachen- oder Gaumenmandeln, ungewöhnlich kleine Kiefer, großer Zunge etc. - wird die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft erhöht.
Dies wiederum senkt den Druck im Rachenraum.
Der Rachen ist ein "Muskelschlauch" aus mehr als 20 Muskelpaaren.
Der verminderte Luftdruck und die im Schlaf erschlaffte Muskulatur können zum Kollaps des Schlauches führen. Zudem variiert die Muskelspannung an sich von Mensch zu Mensch, viele haben zwar offenen Luftwege, aber einen sehr „schlaffen“ Rachenschlauch, alleine dieser Umstand kann obstruktives Schnarchen verursachen.
Manche Patienten weisen auch mehrere dieser ungünstigen Faktoren gleichzeitig auf.
Wenn die Atemwege kollabieren, wird die Atmung flacher oder setzt ganz aus. Dadurch kommt es zu gefährlichen Sauerstoffentsättigungen im Blut und damit zu einer Unterversorgung wichtiger Organe wie Herz oder Gehirn.
Durch den Sauerstoffabfall im Blut kommt es zu Weckreaktionen im Gehirn, die in der Regel nicht wissentlich wahrgenommen werden (so genannte microarousals), die jedoch die Schlafqualität entscheidend negativ beeinflussen. Schließlich werden die Atemwege durch diese Weckreaktionen wieder geöffnet, sodass wieder ausreichend Sauerstoff aufgenommen werden kann.
Wenn sich derartige Vorgänge für mindestens 10 sec und öfter als 10x/Stunde wiederholen, spricht man schon von einem gesundheitsgefährlichen (pathologischen) Schnarchen.
Rechts sehen Sie die Anwendung des "Silensors".
Dieser öffnet die Luftwege und Schnarchen kann unterbunden werden.
Mehr dazu erfahren Sie im Menüpunkt "Therapie".
2. Zentrale Schlafapnoe
Bei der zentralen Schlafapnoe bleiben die Atemwege zwar geöffnet, aber die Muskeln in Brust und Zwerchfell sind nicht aktiv.
Die Signale zum Atmen vom Gehirn werden entweder nicht gesendet, oder nicht empfangen. Infolge des fehlenden Atemantriebes fällt der Sauerstoffgehalt im Blut - für das Gehirn ein Signal, den Schlafenden zu wecken, um die Atmung wieder aufzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit für zentrale Schlafapnoe nimmt im Alter zu. Jeder vierte der 60jährigen und Älteren kennt schlafbezogene Atmungsstörungen. Treten diese schlafbezogene Atmungsstörungen gehäuft und zusammen mit Herzschwäche oder neurologischen Störungen auf, ist eine Behandlung dringend erforderlich. Übrigens nehmen Patienten bei zentraler Schlafapnoe das häufige nächtliche Erwachen in der Regel eher wahr als bei obstruktiver Schlafapnoe.
Vermehrter Alkoholgenuss bzw. die Einnahme von Schlafmitteln oder Medikamenten wie Antihistaminika (Medikamente zur Allergie-Behandlung) verstärken diese Effekte noch.